Schon vor dem Playoff-Start war das Krupp-Aus besiegelt

Der ehemalige NHL-Spieler unterschrieb einen Zweijahresvertrag in Prag. Das Angebot von Berlin überzeugte ihn nicht.

Der Wechsel von Eishockey-Trainer Uwe Krupp von den Eisbären Berlin zu Sparta Prag nach Tschechien ist perfekt. Der 52-Jährige sei zunächst für die kommenden zwei Spielzeiten engagiert worden, teilte ein Sprecher mit.

„Ich bin sehr begeistert darüber, dass wir eine solch bedeutende Persönlichkeit, die in der ganzen Welt respektiert wird, zu Sparta holen konnten“, teilte der Vereinseigentümer und ehemalige Torwart Petr Briza mit.

Krupp verlässt die Eisbären nach dem verlorenen DEL-Finale gegen EHC Red Bull München. Er war seit Ende 2014 in Berlin tätig. In seiner Zeit als NHL-Verteidiger war Krupp zweifacher Stanley-Cup-Sieger und bestritt rund 800 Spiele in der nordamerikanischen Profiliga.

HC Sparta Prag spielt in der höchsten tschechischen Spielklasse, der Extraliga, war aber in der zurückliegenden Saison bedrohlich in Richtung Tabellenende gerutscht. Der bisherige Coach Frantisek Vyborny hatte daraufhin gehen müssen. „Bei allem Respekt vor den tschechischen Trainern habe ich das Bedürfnis empfunden, einen anderen Weg einzuschlagen“, sagte Clubbesitzer Briza. Er strebe eine stärkere Internationalisierung an.

Abschiedsfeier für Krupp

Noch einmal stand Krupp am Wochenende in der Arena am Ostbahnhof auf der Bühne und wurde von 2500 Fans der Eisbären Berlin gefeiert. Trotz einer starken Finalserie in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verlässt der Trainer den frischgebackenen Vizemeister nach dreieinhalb Jahren – nicht ganz freiwillig.

„Es ist immer eine traurige Sache. Ich habe gerne in Berlin gearbeitet, hätte auch gerne weitergemacht. Doch am Ende ist es ein Geschäft, und ich gehe nicht im Groll“, sagte Krupp dem SID. Der gebürtige Kölner konnte sich mit dem Rekordchampion nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen.

„Vielleicht waren einige nicht zufrieden mit dem, was wir erreicht haben. Es gehören immer zwei Seiten dazu. Wenn das Vertrauen nicht da ist, dann ist es abzusehen, dass es nicht weitergeht“, sagte Krupp, der seit 13 Jahren (deutscher Nationaltrainer, Kölner Haie, Eisbären) im Trainergeschäft tätig ist.

Entscheidung fiel vor den Playoffs

„Ich musste irgendwann vor den Playoffs eine Entscheidung treffen, das habe ich getan“, sagte Krupp. Das Angebot von den Eisbären kam offenbar zu zögerlich und konnte ihn nicht überzeugen, der erste deutsche Stanley-Cup-Sieger hatte nicht das Gefühl, dass er in Berlin noch erwünscht ist.

Trotzdem haute sich Krupp in den Playoffs rein, führte die Eisbären bis ins Finale und bot dort gegen Branchenprimus Red Bull München eine starke Serie. Erst im siebten und letzten Spiel konnte sich der finanziell besser ausgestattete Klub am Donnerstag durchsetzen.

Co-Trainer Clement Jodoin soll Nachfolger werden

Die Eisbären bestätigten am Samstag die Trennung von Krupp. „Während unserer Zusammenarbeit haben wir es geschafft, die Eisbären in der DEL wieder nach oben zu führen“, wurde Geschäftsführer Peter John Lee in einer kurzen Mitteilung zitiert. Nachfolger in Berlin soll der bisherige Co-Trainer Clement Jodoin (66) werden.

Unter der Leitung von Krupp erreichten die Eisbären neben der Vizemeisterschaft 2018 einmal das Halbfinale der DEL-Play-offs (2017) und beendeten die DEL-Hauptrunde zweimal auf Rang zwei (2016 und 2018) mit direkter Qualifikation für die Champions Hockey League.

Aus seinem ersten DEL-Titel als Coach wird es vorerst nichts, Krupp zieht es zu HC Sparta Prag nach Tschechien. „Ich kann das weder bestätigen noch dementieren“, sagte der 53-Jährige am Sonntag vielsagend. Eine Rückkehr nach Deutschland zu einem späteren Zeitpunkt wollte Krupp aber auch nicht ausschließen: „Ich bin ja so etwas wie ein Export. Von daher sieht man sich vielleicht wieder.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.